
UWR = Unterwasserrugby

Unterwasser-Rugby
Unterwasserrugby ist kein Sport für grobschlächtige,
einzelkämpferische Kraftprotze, sondern Schnelligkeit, Beweglichkeit,
Ausdauer, Übersicht und faire Härte sind gefragt. Dies
ist ein Sport für Frauen und Männer, die zusammen das
wohl einzige dreidimensionale Ballspiel spielen wollen.
Unterwasserrugby ist entstanden, weil Taucher nach einer spannenderen Alternative
und Ergänzunq zum Flossentraining / Bahnenschwimmen gesucht haben. Interessenten
sollten also schon mal mit Maske, Schnorchel und Flossen im und unter Wasser
gewesen sein, oder zumindest keine Scheu davor haben. Übrigens auch
ohne Maske, denn die verliert man eventuell auch mal. Das ist aber schon
ein Foul - so martialisch, wie sich durch "Rugby" andeutet, ist
das Spiel nicht.
Ein gutes Spiel hat wenig Zweikämpfe, sauberes dreidimensionales Positionsspiel
ist gefragt! Das ist sicher auch ein Grund, warum Frauen bei uns erfolgreich
mitspielen.
Gespielt wird UW-Rugby im tiefen Teil eines Schwimmbeckens oder
einem Sprungbecken mit 3,5 - 5 m Tiefe, 8 - 12 m Breite und 12
- 18 m Länge, also einem dreidimensionalen Raum, was UW-Rugby
von anderen Sportarten unterscheidet und den Reiz des Spiels ausmacht.
Die Tore, ähnlich großen "Papierkörben" aus
Stahl, stehen an den Stirnseiten des Spielfeldes auf den Beckenboden.
In sie muss der etwa handballgroße Ball gebracht werden.
Der Ball ist mit Salzwasser gefüllt, damit er im Wasser seinen
Auftrieb verliert und so überhaupt über etwa 3 - 4 m
gespielt werden kann.
Spielablauf
Bei Spielbeginn liegt der Ball in der Mitte des Beckenbodens
und die Spieler befinden sich jeweils an ihrer Torseite, auf den
Anpfiff des Spielleiters wartend. Beim Anpfiff mittels einer Hupanlage,
die auch unter Wasser zu hören ist, stürzen sich die
einzelnen Spieler tauchend und das Wasser aufwirbelnd auf den Ball.
Der Ball darf nur unter Wasser geführt / gestoßen werden
und wandert so über die einzelnen Spieler in Richtung gegnerisches
Tor. Dabei darf nur der ballführende Spieler angegriffen werden,
um in den Besitz des Balles zu gelangen.
Dies erfordert eine gewisse Schnelligkeit und besondere Übersicht
des ballführenden wie auch des angreifenden Spielers. Allerdings
muss die Attacke regelgerecht und sportlich fair bleiben. So wird
das Angreifen der Ausrüstung, wie z.B. Hose runterziehen oder
Maske lupfen, Schlagen, Würgen, Festhalten und Verkeilen im
Tor/ Korb sowie falsches Wechseln als Foul mit Freiwürfen,
Zeitstrafen und Strafwürfen ("Elfmeter") geahndet.
Natürlich kann das Gerangel um den Ball etwas ruppig zugehen
und blaue Flecken wie auch leichte Striemen durch die Flossen verursachen,
doch sind ernsthafte Verletzungen die absolute Ausnahme.
Frauen und Männer spielen zusammen. Nach einem Tor kehrt jeder Spieler an
seine Torseite zurück. Den Ball erhält die Mannschaft, die das Tor
kassiert hat, und der Spielleiter startet das Spiel erneut. Während des
Spieles können die im Wasser befindlichen Spieler beliebig oft fliegend
wechseln, wie beim Eishockey. Dies ist besonders wegen der großen Anstrengung
unter Wasser nötig, wo man bekanntlich keine Luft bekommt :-)
Ein trainierter Spieler kann etwa 30 Sekunden unter Wasser bleiben
und am Spielgeschehen teilnehmen, bevor er zum Luftholen auftauchen
muss. Ziel der Angriffstaktik ist es dabei, ähnlich wie beim
Eishockey einen Angriffsring um das gegnerische Tor aufzubauen,
um so die Abwehr unter Druck zu setzen und Fehler zu provozieren.
UW-Rugby ist deshalb ein schnelles und technisch anspruchsvolles
Spiel, das nicht nur von Kraft und Kondition eines Spielers entschieden
wird, sondern vor allem auch von seinem Spielverständnis und
dem (blinden) Verständnis der Spieler untereinander, da Zurufen
unter Wasser unmöglich ist. Verletzungen, von Kratzern und
blauen Flecken einmal abgesehen, sind beim UW-Rugby jedoch eher
selten. Eine Vielzahl von Regeln sorgt für faires Spiel. So
ist es z.B. verboten:
- Den Gegner zu schlagen, würgen, treten oder in anderer
Weise unnötig hart zu attackieren, insbesondere im Hals-Kopf-Bereich
- Scharfkantige Taucherbrillen oder Flossen zu tragen (Verletzungsgefahr)
- Sich am Tor festzuhalten
- Den Gegner festzuhalten, wenn er nicht im Ballbesitz ist
- Die Ausrüstung des Gegners anzugreifen
- Den Ball über Wasser zu führen
oder sogar damit zu Werfen
Über die Einhaltung der Regeln wachen insgesamt drei Schiedsrichter,
zwei davon mit Tauchgeräten ausgerüstet unter Wasser,
der dritte als Spielleiter über Wasser. Erkennen sie einen
Regelverstoß, so können sie über eine Hupanlage
in das Spiel eingreifen.
Unterwasser-Rugby kann man noch bis ins hohe Alter spielen. Dieser
Sport ist optimal für Taucher um sich fit zu halten.
UW-Rugby ist aber auch eine der wenigen Sportarten, bei denen
Frauen und Männer Seite an Seite in einer Mannschaft kämpfen.
Gerade in den vergangenen Jahren fanden mehrere Frauen den Weg
zum TSC Neptun und nehmen seitdem regelmäßig am Training
und Spielbetrieb teil, ohne den männlichen Vertretern in Trainingsfleiß,
Kondition oder Spielwitz nachzustehen.
UW-Rugby kann jetzt nicht unbedingt als Trendsportart gesehen
werden. Trotzdem wollen wir diesen prickelnden Sport in der dritten
Dimension dem interessierten Zuschauer näher bringen und versuchen
regelmäßig, Turnier- und Ligenspiele mittels Unterwasserkamera
auf eine Leinwand zu übertragen.
Und: Wir freuen uns über jede/n erfolgversprechende/n Anfänger/in!
Abgesehen vom Spass, den das Spielen macht, gewinnt man Kondition, und Vertrauen
unter Wasser. Wer im Urlaub gern schnorchelt, wird sich wundern, wie viele
Korallen man auch ohne Pressluft erreichen kann ...
Sollten wir durch diese Mitteilung das Interesse geweckt haben,
hier unsere Trainingszeiten: „Schnupper“-Trainings
sind jederzeit möglich.
Mittwochs
von 20:45 bis 22:15 Uhr
Hallenbad Augsburg-Haunstetten
Johann-Strauß-Strasse 1
86179
Augsburg
Der Beginn mit Unterwasser-Rugby in Augsburg
1969 brachte das Urgestein Dr. Konrad
Kiesewetter Unterwasser-Rugby von einer Monteur-Prüfung in
Köln-Porz mit und begeisterte zuerst den TSC Augsburg und
die DLRG. Die Neptunianer fingen nach ihrer Gründung 1980
auch gleich damit an und gründeten deren erste Rugby-Mannschaft.
Unterwasser-Rugby wird seit einigen Jahren in Augsburg leider nur
noch in unserem Club gespielt. Bis heute waren unsere größten
Erfolge der Aufstieg in die 2. Bundesliga in der Saison 1993/94
und der 3. Platz bei den Bayerischen Meisterschaften 1992 und 1994.
Unser eigenes Turnier in Augsburg, genannt "Stoinerne Ma",
benannt nach dem historischen Augsburger Bäckermeister, haben
wir bisher 16 mal ausgerichtet. In der vergangenen Saison 2003/2004
belegten wir aufgrund zahlreicher verletzungsbedingter Ausfälle
(durch andere Sportarten) unserer Leistungsträger nur den
4. Platz. Derzeit konzentrieren sich unsere Bemühungen, das Durchschnittsalter der aktiven UWR-Spieler nach unten zu senken.
Infos als PDF 
 
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